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Aufhebung Pflichtzölibat

Themen und Projekte zum 3. Punkt des KirchenVolksBegehrens

neu: Kirche in Bewegung sammelt deutschlandweit Unterschriften für ein freiwilliges Zölibat
> www.kircheinbewegung.net

Joseph Ratzinger 1970: „Die Kirche der Zukunft .... wird neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen die im Beruf stehen, zu Priestern weihen.“
in „Glaube und Zukunft“, S. 124 (Neuausgabe 2007 S. 151/152)
> > > Das Zitat im Zusammenhang

Die Seelsorge in Deutschland, wie in der gesamten katholischen Kirche, steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Immer weniger junge Männer wollen sich für den zölibatären Priesterberuf entscheiden. Auch die Orden sprechen von dramatischem Nachwuchsmangel.

Die römisch-katholische Kirche wird sich diesem weltweiten Problem allein schon von der Zahl her stellen müssen: In dem mehr als 26-jährigen Pontifikat von Papst Johannes Paul II. nahm die Zahl der Katholiken und Katholikinnen weltweit um 40 Prozent zu, dagegen ging die Zahl der Priester im gleichen Zeitraum um 4 Prozent zurück. Schon jetzt hat fast die Hälfte aller katholischen Gemeinden auf der ganzen Welt keinen eigenen Priester mehr. Laut Vatikanischem Jahrbuch 2005 kommen heute 2.700 Gläubige auf einen Priester, 1978 waren es durchschnittlich nur 1.800.

Doch geht es nicht nur um das zahlenmäßige Problem des Priestermangels sondern um die Frage, ob der Zölibat heute nicht den evangeliumsgemäßen Auftrag der Gemeindebildung entscheidend behindert. Durch die Zölibatsverpflichtung und den Ausschluss von Frauen vom Priesteramt wird das im Kirchenrecht verankerte Recht der Gemeinde auf die sonntägliche Eucharistiefeier (Can. 213) immer mehr in Frage gestellt.

Biblisch ist es nicht begründbar, dass Jesus nur unverheiratete Männer als Priester gewollt hätte. Außer Paulus waren vermutlich alle Apostel verheiratet. Auch der Verweis auf die Tradition ist nicht überzeugend, gibt es in der römisch-katholischen Kirche doch eine mehr als tausendjährige Tradition ohne den Pflichtzölibat. Dieser wurde erst auf Initiative von Papst Gregor VII. (1073-1085) propagiert und endgültig 1139 durch das II. Laterankonzil bestätigt, das gleichzeitig sämtliche Ehen von Geistlichen für ungültig erklärte.

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche kritisiert, dass die Diözesen in Deutschland dem dramatischen Priestermangel und der finanziellen Situation derzeit vorwiegend mit strukturellen Reformen nach dem Muster des Wirtschaftsmanagements (McKinsey etc.) zu begegnen versuchen. Anders als in den Nachbarländern Frankreich und in der Schweiz leiden die derzeitigen Reformansätze besonders an der Fixierung auf den geweihten Priester und lassen das allgemeine Priestertum aller Getauften außer Acht.

Die KirchenVolksBewegung setzt sich deshalb ein für ein neues Nachdenken über das Priesterbild insgesamt und über die Voraussetzungen zum Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche. Doch der Vatikan scheint wie zuletzt bei der Zölibatskonferenz Ende 2006 weiterhin zu versuchen, am – biblisch nicht begründbaren – Pflichtzölibat festzuhalten und nur Ausnahmeregelungen zuzulassen, wie es sie auch jetzt schon z.B. für konvertierte anglikanische oder evangelische Pfarrer gibt, die verheiratet sind.

> Auseinandersetzung in der Bischofskonferenz zum Thema Zölibat

> "Codex Iuris Canonici" zum Zölibat

> Statistische Jahreserhebung 2006 der Deutschen Bischofskonferenz (PDF)

> Wir sind Kirche-Pfingstbrief 2008 "Zölibat"(PDF 213 KB)

> Kirche in Bewegung (Hammelburg)
"Gebete für die Erneuerung der Kirche" und Unterschriftenaktion zum Thema Zölibat



Lesetipps:

Edgar Büttner
Suspendiert, laisiert, ignoriert?
In Würzburg suchen ehemalige Priester und die Diözesanleitung das Gespräch
Lebendige Seelsorge 2/2010 "Priester"

Ernst Sillmann: Das Zölibatsgesetz - Anspruch und Wirklichkeit (Vortrag bei Wir sind Kirche im Bistum Eichstätt am 18. November 2007 in Ingolstadt)
hier

Wolfgang Beinert: Zölibat: Alles gesagt, aber alle Fragen offen
"Christ in der Gegenwart" 9/2008

Erich Guntli: Priester sein heute - Wie fühlt sich das an?
"Christ in der Gegenwart" 26/2008

Peter Knauer SJ Die »Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen« und das Zölibatsgesetz
gedruckt in "Stimmen der Zeit" 213 (1995) Seite 823–832

> Buchtipps: Zölibat







Die Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen setzt sich seit ihrer Gründung vor 20 Jahren für die gleiche Forderung ein. Sie vertritt die Betroffenen und kennt daher die seelischen und materiellen Probleme, die mit der Zwangsausgrenzung ehemaliger Priester verbunden sind.
> www.vkpf.de

Claus Schiffgen (1. Vorsitzender)
Zum Schlangengraben 5, 64750 Lützelbach
Tel: 06165-389242, Fax: 06165-389251
vorstand@vkpf.de

Wilhelm Gatzen (Kontakt zur/in der KirchenVolksBewegung)
An der Wasserdelle 195, 51427 Bergisch Gladbach
Tel: 02204-61282, Fax: 02204-962495
wilhelm-gatzen@netcologne.de






Die Initiativgruppe vom Zölibat betroffener Frauen ist ein Forum für Frauen mit Problemen, die in der Beziehung und im Zusammenleben mit zölibatär gebundenen Partnern und Partnerinnen auftreten oder aufgetreten sind.
> www.zoelibat-frauen.de

Kontakt:
Tel: 05121/81369
E-Mail: zoelibat-frauen@gmx.de


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